Der kleine Zug, der das Meer entdeckte

Es war einmal ein kleiner roter Zug namens Tomi. Er lebte in einem kleinen Bahnhof inmitten von Hügeln und Blumenfeldern.

Tomi beförderte jeden Tag Obst, Briefe und fröhliche Tiere.

Aber er hatte einen Traum: das Meer zu sehen.

„Ich würde so gerne das Meer entdecken“, sagte er oft.

Eines Morgens sagte der Bahnhofsvorsteher zu ihm:

„Heute machst du eine lange Reise bis zum Meer!“

Tomi war überglücklich.

Er fuhr langsam los und begann sein Abenteuer.

Er durchquerte dunkle Tunnel, hohe Brücken und grüne Täler.

Die Vögel flogen neben ihm her, als würden sie ihn begleiten.

Unterwegs begegnete er einer alten Lokomotive.

„Wohin fährst du?“, fragte sie.

„Zum Meer!“, antwortete Tomi begeistert.

„Dann fahr einfach geradeaus weiter, du bist auf dem richtigen Weg“, sagte die Lokomotive lächelnd.

Nach einer langen Fahrt veränderte sich die Luft.

Er roch das Salz und spürte den Wind.

„Das ist das Meer!“, rief Tomi.

Bald erreichte er einen großen Bahnhof am Meer.

Vor ihm erstreckte sich eine riesige blaue Wasserfläche.

Die Wellen tanzten sanft und glitzerten in der Sonne.

Tomi war voller Staunen.

„Es ist noch schöner als in meinen Träumen!“, rief er.

Die Boote hupten fröhlich.

Die Möwen flogen über dem Wasser.

Tomi verbrachte den ganzen Tag damit, das Meer zu beobachten.

Doch dann fiel ihm etwas Seltsames auf.

Ein kleiner Strand war voller Müll.

Die Meerestiere schienen traurig zu sein.

Tomi beschloss, zu helfen.

Er rief die Fischer, die Reisenden und sogar die Maschinen am Bahnhof herbei.

„Gemeinsam können wir den Strand säubern!“, rief er.

Alle machten sich an die Arbeit.

Nach und nach wurde der Strand wieder sauber und schön.

Die Fische schwammen wieder fröhlich nahe am Ufer.

Am Abend ging die Sonne über dem Meer unter und tauchte den Himmel in Orange- und Rosatöne.

Tomi war glücklich.

Er hatte das Meer entdeckt … und er hatte auch gelernt, sich darum zu kümmern.

Seit diesem Tag erzählte er allen Zügen, denen er begegnete, von seinem Abenteuer.

Und jeder träumte seinerseits davon, das Meer zu sehen.