Der Kleine Bär, der Teilen Lernte

Es war einmal ein kleiner Bär namens Martin. Er lebte mit seiner Familie in einem hübschen Holzhaus am Rand des Waldes.

Martin war fröhlich und voller Energie. Außerdem besaß er eine große Kiste voller Spielsachen, die er über alles liebte.

Doch er hatte eine Angewohnheit: Er wollte seine Spielsachen nicht teilen.

Immer wenn seine Freunde ihn besuchten, sagte er:

„Das sind meine Spielsachen! Niemand darf sie anfassen.“

Seine Freunde waren enttäuscht, aber sie respektierten seine Entscheidung.

Eines schönen Morgens bekam Martin einen wunderschönen roten Ball geschenkt.

„Das ist der schönste Ball der Welt!“, rief er.

Den ganzen Tag spielte er damit.

Am nächsten Tag lud er seine Freunde ein, am Fluss zu spielen.

Der Hase, das Eichhörnchen und der Igel bewunderten den Ball.

„Dürfen wir mit dir spielen?“, fragte der Hase.

„Nein“, antwortete Martin. „Das ist mein Ball.“

Seine Freunde setzten sich ein Stück weiter weg.

Als Martin allein spielte, warf er den Ball etwas zu kräftig.

Der Ball prallte gegen einen Stein und fiel in den Fluss.

„Mein Ball!“, rief Martin.

Die Strömung trug ihn schnell davon.

Martin rannte am Ufer entlang, doch er konnte den Ball nicht einholen.

Seine Freunde kamen sofort zu Hilfe.

„Wir helfen dir!“, sagte das Eichhörnchen.

Der Hase rannte voraus und folgte dem Ball.

Der Igel fand einen langen Ast.

Gemeinsam gelang es ihnen, den roten Ball aus dem Fluss zu holen.

Martin war erleichtert.

„Vielen Dank!“, sagte er.

Dann senkte er den Kopf.

„Ich wollte meine Spielsachen nie mit euch teilen, und trotzdem habt ihr mir geholfen.“

Der Igel lächelte.

„Freunde helfen einander.“

Martin dachte einen Moment nach.

Dann hielt er seinen Freunden den Ball hin.

„Möchtet ihr mit mir spielen?“

„Ja!“, antworteten sie voller Freude.

Den ganzen Nachmittag spielten, lachten und rannten sie gemeinsam über die Wiese.

Am Abend ging Martin glücklich nach Hause.

Er hatte etwas Wichtiges gelernt: Wenn man teilt, wird die Freude noch größer.

Von diesem Tag an begrüßte Martin seine Freunde immer mit einem strahlenden Lächeln und sagte:

„Kommt und spielt mit mir!“