Es war einmal ein kleiner Leuchtturm namens Lumo. Er stand auf einer Klippe am Rande eines großen, ungestümen Meeres.
Lumo war klein, aber sehr mutig. Jede Nacht strahlte er sein Licht aus, um die Schiffe zu leiten.
„Ich muss die Reisenden beschützen“, sagte er stolz.
Doch eines Abends wurde das Meer sehr ungestüm.
Die Wellen waren hoch und der Wind wehte stark.
„Ich bin zu klein für all das …“, flüsterte Lumo.
Die anderen Leuchttürme um ihn herum leuchteten hell und furchtlos.
„Bleib ruhig, Lumo!“, sagte der alte Leuchtturm neben ihm. „Dein Licht ist wichtig.“
Doch Lumo zweifelte.
In dieser Nacht hatte sich ein kleines Boot im Sturm verirrt.
„Ich sehe nichts!“, rief der Seemann.
Lumo zitterte.
„Was, wenn mein Licht nicht stark genug ist?“
Dann dachte er an den Seemann in Gefahr.
Er holte tief Luft und entfachte sein Licht.
Ein sanftes, aber sehr helles Licht.
Es durchdrang den Regen, den Wind und die Wellen.
„Hier entlang!“, rief der Seemann, als er den Lichtstrahl sah.
Das Boot folgte Lumos Licht und erreichte sicher den Hafen.
Am Morgen beruhigte sich das Meer.
Der alte Leuchtturm lächelte:
„Siehst du? Du musst nicht der Größte sein. Du musst nur leuchten, wenn es darauf ankommt.“
Lumo blickte auf das Meer.
Da begriff er, dass selbst ein kleines Licht in der dunkelsten Nacht Leben retten kann.
Seit diesem Tag zweifelte er nie wieder an sich selbst.
Und jede Nacht leuchtete er mutig, selbst wenn das Meer wütete.