Es war einmal ein kleiner Igel namens Hugo. Er lebte in einem ruhigen Wald, in dem die Bäume sanft im Wind raschelten.
Hugo liebte es, jeden Morgen spazieren zu gehen, aber er hatte ein Problem: Er verstand nie, was der Wind sagte.
„Warum wehst du so stark?“, fragte er ihn oft.
Eines Tages antwortete der Wind:
„Ich wehe nicht ohne Grund, kleiner Igel. Ich überbringe Botschaften.“
Hugo war überrascht.
„Botschaften? Aber für wen?“
„Für alle, die zuhören können.“
Der Wind wehte sanft um ihn herum.
„Heute habe ich eine Nachricht für dich.“
Hugo spitzte seine kleinen Ohren.
Der Wind flüsterte:
„Im Wald hat sich ein kleines Kaninchen in der Nähe des Flusses verirrt.“
Hugo hob den Kopf.
„Ich muss ihm helfen!“
Er machte sich schnell auf den Weg durch Laub und Äste.
Unterwegs fragte er die Bäume:
— Habt ihr das Kaninchen gesehen?
Die Bäume antworteten, indem sie sanft ihre Äste bewegten:
— Es ist hier vorbeigekommen …
Hugo folgte den Hinweisen des Windes.
Schließlich fand er das kleine Kaninchen, das zitternd am Wasser saß.
— Hab keine Angst, ich bin da, sagte Hugo.
Das Kaninchen lächelte.
„Ich finde mein Zuhause nicht mehr …“
Hugo dachte nach.
Er erinnerte sich an die Botschaft des Windes.
„Der Wind hat mir den Weg gezeigt!“, sagte er.
Gemeinsam folgten sie dem sanften Hauch zwischen den Bäumen.
Nach und nach fanden sie den Weg zum Bau wieder.
Die Mutter des Kaninchens kam herbeigelaufen.
„Vielen Dank!“, sagte sie.
Hugo war glücklich.
Der Wind wehte sanft um ihn herum.
„Siehst du?“, sagte der Wind. „Wenn du zuhörst, kannst du anderen helfen.“
Seit diesem Tag begnügte sich Hugo nicht mehr damit, den Wind zu spüren.
Er hörte ihm zu.
Und jeder Hauch wurde zu einem neuen Abenteuer.